Bericht von der Themenfahrt der Eltern-Kind-Turngruppe mit dem Berliner Turn- und Freizeitsport-Bund
22. Juni 2010
40 Wilde Rudower Räuber eroberten den Räuberwald von Hirschluch
Am Freitag, den 11.Juni starteten wir zu unserer nun schon 5. Themenfahrt mit dem Berliner Turn- und Freizeitsport-Bund. Nach Piraten, Märchen, Wichtel, und Zauberei stand diesmal das Thema Räuber auf dem Plan. 35 Kinder im Alter von 3-7 Jahren aus meinen 10 Rudower und Treptower Turngruppen wollten mal das Räuberleben ohne Mutti und Vati kennen lernen. Wir fünf Begleiter hatten alle Hände voll zu tun. Los ging es am Freitag um 15 Uhr in Rudow. Schon nach ca. 45 Min. hatten wir das Jugendheim der ev. Kirche in Hirschluch bei Storkow erreicht. Ein riesiges Waldgelände mit Spielplätzen, Teich und Lagerfeuerplatz erwartete uns. Das größte Haus, die „Güldene Sonne“ wurde wie jedes Mal von uns als größter Gruppe bezogen. Nach getaner Schwerstarbeit (40 Betten beziehen) erkundeten wir das Gelände und trafen uns alle zur Lagereröffnung mit viel Musik und Tanz mit Ina und Angelika mit ihrer Gitarre. Unsere beiden Räuberlieder wurden kräftig geübt. Danach eroberten wir das Abendbrotbuffet mit leckerem Auflauf, Salat und Gemüse, Brot, Aufschnitt und leckerer Fruchtkaltschale. Danach waren wir zum Bilderbuchkino in die Kapelle eingeladen. Dort sahen und hörten wir zwei Räubergeschichten. Anschließend erklommen wir den Hochwald und fanden dort einen neuen Balancierparcours, wo man auf Ketten, wackelnden Baumstämmen oder einfach oder doppeltem Drahtseil balancieren konnte.
Auf meiner Räuberleiter erklommen die Kinder einen Hochstand, von dem es sich wunderbar in den weichen Sand springen ließ, erklommen Bäume und fingen an, eine Waldhütte zu bauen. Gegen 21 Uhr traten wir den Rückzug an, spielten noch kurz in drei Indianer-Tipis und testeten schließlich die Räuberbetten. Um 4 Uhr waren Rabea, Matilda, Vivi und Annika schon fertig angezogen und bereit, den Räuberabenteuern zu begegnen. Meine Reaktion, ihr fröhliches Geplapper zu unterbinden und sie wieder ins Bett zu verbannen, verstanden sie gar nicht so recht. Ab 6 Uhr drängte es auch die anderen Räuber zu großen Taten und das steil abfallende buschige Gelände vor unserem Haus musste unbedingt erobert werden. Nach dem Frühstück ging es zum Räuberhüttenbau in den Wald. Sämtl. Naturmaterialien wie Holz, Kienäpfel, Moos und Gräser wurden verarbeitet, Dach und Eingänge waren mit Laken und einer Bauplane vor Regen geschützt. Unser Name „Die 40 wilden Rudower Räuber“ stand über dem Eingang. Selbst Feuerstellen hatten unsere Hütten außerhalb. Bis zum Mittagessen wurde mit viel Hingabe und Phantasie gebaut, abgedichtet und mit Moos ausgekleidet. Raimund wollte gerne noch einen Marterpfahl im Räuberdorf haben. Nach dem Mittagessen (Nudeln mit Tomatensoße oder Bolognes, Kaltschale, Salat, Obstkompott) zogen sich 7 Kinder zum Schlafen zurück, der Rest spielte im Hochwald. Nachmittags ging es zurück zu unseren Hütten, wo ständig fremde Räuber vorbei kamen und wir Aufgaben erfüllen, Verträge schließen oder Prüfungen machen mussten. Zuerst erreichten uns zwei Räuber mit einem Korb voller Holzmesser, die wir bemalen durften und deren Klinge wir hingebungsvoll mit Sandpapier schliffen. Danach besuchten uns zwei Räuber mit Goldmünzen und Edelsteinen. Durch Schnelligkeit konnten wir diese Schätze erobern und mussten diese gegen unsere Miträuber verteidigen. Mit einem Heidenspaß übten wir das Erschrecken, was jeder Räuber können muss und das „keine Angst haben, mutig sein“.
Unbemerkt hatte sich ein anderer Räuber in eine unserer Höhlen geschlichen und schlief dort seelenruhig. Der hatte einen ganzen Korb voll Bananen, die er uns anbot, wenn wir ihn ziehen ließen. Ein ganz alter Räuber kam des Weges, sein Stock war gebrochen. Jannis hatte Mitleid und schenkte ihm einen neuen Gehstock. Dafür las uns der Räuber eine tolle Geschichte vom „Kleinen Räuber Willibert“ vor. Plötzlich kam ein ganz starker junger Räuber, der uns vertreiben wollte, da wir keine Genehmigung des „Oberräubers“ dieses Waldes zum Bau unserer Hütten hatten. Wir mussten beweisen, dass wir alle Räubereigenschaften besitzen. Das wurde in einem Vertrag festgehalten und jeder Räuber musste den Vertrag mit einem Fingerabdruck besiegeln. Als Lohn für den Vertrag mussten wir einen großen Müllsack voll Feuerholz sammeln und bergauf zum Lagerfeuerplatz schleppen. Bergab ging es über die Holzrutsche. Andere Räuber belohnten uns für soviel Fleiß mit Getränken. Das Räuberkind Finn der Oberräuberfamilie war überall zu entdecken, wo es etwas zu helfen gab.
Nach dem Abendessen ging es zum Lagerfeuer. Müde Räuber sahen dem Feuerspiel zu, andere tobten auf der Wiese und die ganz fitten tanzten mit Ina einen Tanz nach dem anderen. Das Lied von den vier Räubern war natürlich besonders beliebt. Nach und nach gingen wir mit unseren Räubern „Fließbandduschen“ und zur Zeckenkontrolle, allerdings hatte sich kein Räuber solch ein Haustier mitgenommen. An diesem Abend bereitete das Einschlafen nur in 2 Mädchenzimmern Schwierigkeiten. Paula und Susanne, die sich ja mittags ausgeschlafen hatten, hielten ihre Zimmerkameradinnen und uns noch lange wach. Um 6 Uhr hörte ich die ersten Räuberstimmen. Nico und Jannik hatten schon ihre Betten selbst abgezogen, saßen auf fertig gepackten Koffern und schauten sich ein Buch an. Nach dem Kofferpacken und Frühstück ging es ans Abbauen der Waldhütten, den ehrenhafte Räuber lassen keinen Müll in ihrem Wald zurück. Wir hatten noch drei Stunden Zeit gemeinsamen Spielen auf der großen Wiese und dem Spielplatz. Vor dem Mittagessen erhielten alle Räuber ihre Diplom-Urkunde und bedankten sich lautstark beim Organisationsteam Petra Rädisch mit Sohn Finn, Schwester Carola und Eltern, Heike, Astrid, Gitti, Angelika, Heinke, Ina u.v.m.
Leider teilte man uns mit, dass das Team geschlossen nach nun über 20 jähriger ehrenamtlicher Arbeit aufhören will, d.h. wenn sich keine freiwilligen Ehrenamtlichen finden, die diese schöne Tradition der thematischen Kinderreisen fortführen und organisieren wollen, wird das wohl die letzte Reise gewesen sein.
Schade! Trotzdem Danke für die schönen Reisen im Namen aller auch ehemaligen Teilnehmer vom TSV Rudow und der SG Treptow.
Es hat uns wieder sehr viel Spaß gemacht, wir hatten allerdings auch wieder nur besonders liebe, friedliche und hilfsbereite Räuber dabei.
Bianca, Geraldine, Jacqueline, Laura und Michaela
Impressionen der Themenfahrt











