SG Treptow 93 e.V.

Verein für Freizeit- und Gesundheitssport

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“Hokus-Pokus-Fidibus, dreimal schwarzer Kater…” - Ein Reisebericht von der dies- jährigen Fahrt unserer Turnkinder nach Hirschluch

5. November 2008

So lauteten das Motto und unser Zauberspruch der diesjährigen Kinderreise für unsere 4-8 jährigen Turnkinder.

 

Mit 33 zukünftigen Zauberlehrlingen und 5 Zaubergehilfen machten wir uns am Freitag, den 20. Juni 2008 pünktlich um 15 Uhr in einem schicken Reisebus auf den Weg nach Hirschluch bei Storkow in den Zauberwald. Zaubermeisterin Petra Rädisch hieß uns nach ca. 45 minütiger Fahrt dort im Namen des Berliner Turnerbundes, dem Organisator der Fahrt, herzlich willkommen.

 

Wir bezogen wieder unser Haus „Güldene Sonne“, das größte der 7 Häuser. Zuerst hatten wir mit 38 Betten beziehen und gleiche Zahl Koffer auspacken alle Hände voll zu tun. Zuerst erhielten die Kinder von Romina ihre Schuluniform, ein gelbes Tuch mit Namen und Zauberklasse. Das Tragen war im Zauberwald Pflicht, falls mal ein Zauberlehrling bei der ganzen Zauberei verloren ging.  Die Kinder tollten sich mit Romina und Jacqueline während unserer „Strafarbeit“ auf dem Spielplatz und erkundeten das abenteuerliche Waldgelände. Jasmin, Jasmina und ich stießen dann mit hochroten Köpfen nach getaner Schwerstarbeit dazu. Dank an alle Eltern, die wenigstens an Spannbettlaken gedacht hatten, das vereinfachte die Turnerei auf den Hochbetten, aber auch wir sind ja Sportler!

 

Nachdem unsere Kinder den Guiness-Rekordversuch gestartet und es geschafft hatten mit 22 Kindern zu wippen, ging es um 18 Uhr zum Abendessen. Dort wurden wir nochmals begrüßt und unsere Tische wurden uns zugewiesen. Überraschung! An einem unserer Tische saß Timo, ein junger Mann, der Zauberer. Amanda Lee sicherte sich sofort den Platz an seiner Seite. Was waren das für leuchtende Augen! Ein riesiges Buffet lud uns zur Selbstbedienung ein. Verschiedene Salate, Obst, Gemüse, Bouletten, Würstchen, Brot, Käse und Wurst in großer Auswahl. Und Tee und Saft aus einem Riesenbehälter mit Schankvorrichtung. Da hatten alle besonders viel Durst, denn jeder wollte den Mechanismus ausprobieren. Amir, Achraf und Berkant erfanden eine neue Geschmacksvariante. Brot mit Butter, Salami und viel Zucker. Es muss geschmeckt haben, denn sie aßen ihre Kreation anstandslos auf.

 

Nach Verdauungssportspielen rückten unsere Kinder immer näher an die Kapelle. Durch die Scheiben konnte man den Zauberer Timo bei seinen Vorbereitungen  beobachten und außerdem sicherte man sich so die besten Plätze. Um 19:30 ging es los. Eine fast 1½ stündige Zaubershow erfreute die 130 Kinder und 26 Betreuer aus 5 Vereinen bzw. 11 Gruppen. Die Kinder waren mit allen Sinnen dabei. Einige Kinder meinten immer wieder die Tricks zu kennen und waren dann sprachlos, wenn das ganze dann nach Überprüfung doch nicht so war. Viel Spaß hatten die Kinder auch an Herbert, dem Waschbären, der nur Blödsinn machte und immer ins Publikum sprang. Der Zauberer erntete sehr viel Applaus und musste einige Zugaben geben. Der kurze Heimweg fiel einigen schon recht schwer. Zügig ging es ins Bett, aber in einigen  Zimmern gab es noch viel zu erzählen und es dauerte lange bis endlich Ruhe einkehrte. Eine nette SMS einer Mutti mit etwa folgendem Wortlaut erreichte mich kurz vor dem Schlafengehen: “Wisst ihr eigentlich, dass ihr ein Kind dabei habt, dass in seinen 5 Lebensjahren noch nie länger als bis 5:30 geschlafen hat? Wir freuen uns aufs Ausschlafen. Danke, danke, danke!“ Ich machte mich auf eine kurze Nacht gefasst.

 

Um Mitternacht gab es dann zwei Überraschungen für uns. Vivien entschloss sich, mir in meinem fremden Bett Gesellschaft zu leisten, damit ich mich nicht fürchten müsse und kurz darauf kam Dennis topfit an und meinte, er wäre ausgeschlafen. Jasmin und Jasmina hatten dann ein nächtliches Unterhaltungsprogramm in ihrer Mitte bis auch diesem jungen Mann wieder die Augen zu fielen. Pech gehabt, Familie W., auch euer kleiner Racker schlief länger. Aber ca. 6:50 Uhr kam Leben ins Haus, die Zauberlehrlinge waren bereit.

 

Nach Spielen und Frühstück ging es zum Fototermin vor der Kapelle. Anschließend  mussten unsere Zauberlehrlinge in 2 Gruppen an 9 verschiedenen Stationen  die Zauberei erlernen, bzw. Zaubermaterialien basteln. Zuerst bastelten wir aus einem Plastikbecher einen Zauberer mit schickem Zauberhut, Haaren und Nase aus Krepppapier und malten ihm ein Gesicht. Dann erlernten wir unseren ersten Zaubertrick. Auf einen quadratischen Zettel malten wir einen Pfeil nach unten. Dann knifften wir das Papier von oben nach unten und von links nach rechts. Wir nahmen das Papier auf, zeigten es an der geschlossenen Seite in die Höhe und legten es wieder auf den Tisch. Jetzt klappten wir das Papier wieder auf, und siehe da,…. Der Pfeil zeigte jetzt nach oben. Wir hatten also tatsächlich schon ein bisschen Zauberkraft erhalten.

 

Als nächstes wurden wir im „Haus der Stille“ vor die Aufgabe gestellt, durch einen magischen Tanz den Zauberer von seinem Hexenschuss zu befreien. Zur Musik von Detlef Jöcker „Der Zauberer hat Hexenschuss“ tanzten unsere Kinder jeweils 1x als Zauberer und einmal als Hexe zu zweit zu diesem Bewegungslied. Anschließend gab es für den jeweils geheilten Zauberer noch von der Hexe eine Massage zu Entspannungsmusik mit dem Igelball.

 

Mit neuer Zauberkraft gestählt, machten wir uns auf den Weg, wieder einen neuen Zaubertrick herzustellen. Wir falteten und bemalten eine Zaubertüte. Hierin legten wir ein Blatt und ließen es mit unserem Zauberspruch durch eine magische Bewegung, Wechsel der Tüte von einer Hand in die andere, dabei Drehen der Tüte, verschwinden. Das Ganze klappte natürlich mit den Gummischmetterlingen, die wir immer verschwinden ließen, besonders gut. Hoffentlich bekommen die Zauberer jetzt nicht Bauchschmerzen!

 

Was braucht ein anständiger Zauberer noch? Natürlich einen Zauberstab. Auf zum Kranzhaus! Aus einer Papprolle, Klebefolie und Glitzerpulver stellten wir uns unsere Zauberstäbe selbst her. Im „Fuchsbau“ malten wir mit einem Filzstift einfache Figuren auf ein Blatt Filterpapier. Durch Beträufeln mit Wasser und Aufsagen unseres Zauberspruches verwandelte sich die Figur in eine farbige, z.B. hatte die Blume plötzlich bunte Blätter. In der Waldhütte bemalten wir unser nächstes Zauberer-Zubehör, unser Zaubersäckchen. Nach dem Mittagessen (Spaghetti mit Bolognese oder Tomatensoße) bastelten und malten wir im „Haus der Begegnung“ noch weiter, eine magische Drehscheibe und einen zweiseitigen Zauber-Lolli-Pop. Nach soviel Arbeit brauchten einige kleine Zauberer eine Ruhepause. Dennis, Nikola, Johannes und Verena tankten bei einem Mittagsschläfchen neue Zauberkräfte. Der Rest vergnügte sich im Wald. Mehrmals mussten die Versorger Nachschub an Obst, Keksen und anderen Stärkungsmitteln für Jungzauberer besorgen und natürlich mussten auch deren Tanks ständig befüllt und entleert werden. Unsere Jungzauberer betätigten sich in ihrem Zauberwald auch als wahre Baumeister. Tolle Hütten und wahre Luxusvillen sind mit Naturmaterialien aus dem Wald entstanden. Besonders das Bauwerk von Pascal, Charleen, Jolina, Anthony, Amanda-Lee und Anja war einzigartig. Es hatte eine Feuerstelle, eine bequemes Wohnzimmer mit Tischen und Stühlen, ja sogar einen Fernseher und Computer. Das Haus hatte Fenster und ein Dach, welches sogar begrünt war. Sogar der Boden war gekehrt, alles vom Feinsten. Aber auch die anderen Bauwerke waren toll. Rabea und Kathleen kamen plötzlich angelaufen, sie hatten am helllichten Tag ein Wildschwein gesehen. Als wir anderen es begutachten wollten, war es natürlich schon weg.

 

Plötzlich roch es verbrannt in unserem Zauberwald und es wurde total verraucht. Uns war klar, in unserem Zauberwald brannte es irgendwo. Kurz darauf hörten wir die Sirenen der Feuerwehr und der Rauch verzog sich wieder. So war es für die Kinder leichter zu verstehen, dass wir das versprochene Lagerfeuer an diesem Abend wegen der hohen Waldbrandgefahr leider ausfallen lassen mussten.

 

Um 17:40 Uhr ging es wieder in 2 Gruppen zu unserer Erlebnis-Waldwanderung durch den Zauberwald. Fähnchen aus weiß-rotem Absperrband wiesen uns den Weg. Ihre Zauberutensilien hatten unsere Zauberlehrlinge natürlich dabei. Zuerst kamen wir an eine Hütte. Dort war eine Hexe, die uns zeigte, wie wir uns Zauberpulver herstellen konnten. Aus verschiedenfarbigen Kreidebröckchen zermalten wir uns mit Steinen ein Pulver. Dieses Pulver sollten wir, verpackt in Folie, in unser Zaubersäckchen tun und, wenn wir mal Mut und Kraft brauchen, unter unser Kopfkissen legen. Am nächsten Morgen hat das Pulver gewirkt und wir werden mutig und stark sein.

 

Auf unserem Weg kamen wir auch ins Land der Elfen. Diese hatten, als sie uns hörten und flohen, ihre Zaubertücher in den Bäumen vergessen. Mit unseren Zauberstäben tanzten wir durchs Elfenland und luden unsere Zauberstäbe durch Berührung der Tücher mit Zauberkraft auf. Auf unserem Weg kamen wir auch zum magischen Kreis. In diesem Kreis tanzten wir zur Musik, die einige unserer Jungzauberer mit bereitliegenden Instrumenten machten. Alle probierten sich als Musiker und Tänzer. An anderer Stelle konnten wir den Zauberwald durch verschiedene Prismen betrachten. Jetzt sah wirklich alles wie verzaubert aus. Plötzlich standen wir an einer Stelle mit Zauberwasser. Darin tauchten wir unsere Zauberstäbe und konnten durch vorsichtiges Pusten die tollsten Luftblasen zaubern. Mit vielen Hilfsgeräten, wie Pfeifen, Pistolen, Haltern in Herz- und anderen Formen zauberten wir die tollsten Blasen.

 

Auf unserem weiteren Weg kamen wir plötzlich an einer Zauberin vorbei. Sie zeigte uns einige Zaubertricks. Sie hatte auch eine Zauberkette in einer Streichholzschachtel. Die Kette konnte sie immer von einer Schachtel in die andere zaubern. Diesen Trick sollten wir bei ihr lernen. Nach einigen geglückten Versuchen, passierte uns Jungzauberern aber ein Missgeschick. Durch einen Fehler haben wir die Kette nicht in die andere Schachtel, sondern einfach weggezaubert. Wir konnten nichts tun, die Kette kam einfach nicht in die Schachtel zurück. Natürlich wollte die Zauberin ihre Kette zurück haben. Wir versprachen ihr, auf dem Heimweg danach zu suchen, aber leider fanden wir sie nicht. Am Wegesrand saß zu guter Letzt noch eine alte Frau mit Zaubersteinen. Jeder von uns durfte einen auswählen und in sein Zaubersäckchen tun. Als Stärkung erhielten wir von einer Zauberin zum Abschluss einen Zaubertrank. Wir durften uns eine Farbe wünschen, sie goss Selters in den Becher und schon war der Zaubertrank in unserer Wunschfarbe fertig. Müde und hungrig kamen wir am Grillplatz an. Leider waren alle Plätze noch besetzt und wir mussten sehr lange auf die Grillwürstchen warten, da die Glut schon fast aus war. Wir stärkten uns darum erstmal mit Kartoffelsalat und viel frischem Gemüse. Zauberlehrling Berkant schlief während der Wartezeit auf die Grillwürste, mit dem Kopf auf den Tisch gelegt, neben seinem Teller ein. Einige Kinder fragten uns schon während des Essens, wann sie denn ins Bett gehen „dürften“, andere setzten sich noch auf die Wiese und sangen mit Angelika zu Gitarrenmusik.

 

Die müden Freiwilligen kamen zuerst in unsere Waschanlage. Romina duschte in Arbeitskleidung Badeanzug die Jungen und trocknete sie, Jasmin und Jasmina taten selbiges bei den Mädchen. Das Ganze ging wie am Fließband. Huckepack wurden die blitzblanken Zauberlehrlinge von mir in ihre Zimmer befördert. Dort überwachte Jacqueline die Feinreinigung des Speisezimmers und das Striegeln. Noch bevor der letzte im jeweiligen Zimmer war, schliefen schon die ersten darin. An diesen Abend war gegen 21:30 Uhr Totenstille im Haus. Keines der Kinder sorgte sich in dieser Nacht darum, dass wir uns alleine in unserem Bett fürchten könnten. Alles Egoisten!

 

Und siehe da, Sonntag herrschte selbst um halb acht noch Totenstille. Frisch geduscht wartete ich mit meinen gepackten Koffern auf Action. Ätsch! Selbst Simone wollte nicht um 5:30 Uhr aufstehen. Woran das wohl gelegen hat? Ulla und Andreas, fahrt doch auch mal mit ihm in den Zauberwald, dann könnt ihr ausschlafen!

 

Endlich kam Leben ins Haus und nun hatten wir alle Hände voll zu tun. Sachen sortieren, 37 Betten abziehen und 37 Koffer packen. Aber einige Zauberlehrlinge wollten einfach nicht aus den Betten. Verena und Jolina haben wir glatt vergessen. Sie schlummerten noch süß und seelig. Aber bis zum Frühstück war alles gepackt, im Aufenthaltsraum verstaut und die Zimmer gefegt. Luca, unser Geburtstagskind, wurde im Essensraum von allen mit einem „Happy Birthday“ empfangen und natürlich haben wir ihn auch dreimal hochleben lassen. Sein Platz war geschmückt und die Geburtstagskerze brannte. Als Lage gab es Schokoküsse. Nach dem Frühstück mussten die Zauberlehrlinge noch ihre Diplomprüfung machen. Außerdem gab es Spiele mit dem Schwungtuch und mit Trampolinos mit Osh-Kosh-Bällen, Zauberwasser wurde in unseren mitgebrachten Flaschen hergestellt, es wurde getanzt und gesungen, eine Zaubersuppe auf offenem Feuer mit den abenteuerlichsten Zutaten wie Spinnenbeinen, Froscheiern, Schneckenschleim, Rattenkacke, Krötenaugen usw. gekocht (die Kinder waren da sehr kreativ, die reinen Gourmets), Frisbee und Riesenfrisbee Weitwurf geübt und schließlich und endlich die Flugprüfung auf dem Hexenbesen abgelegt. Vor dem Mittagessen hatten alle unsere Zauberlehrlinge ihr Diplom bestanden und erhielten dafür eine Urkunde. Beim Mittagessen machte sich schon wieder die Müdigkeit breit. Von den Schnitzeln und Fischstäbchen mit Pommes wurde nicht viel gegessen. Selbst auf ihren Eisbecher verzichteten einige.

 

Nach einem kurzen Waldbesuch, bei dem wir leider entdeckten, dass andere Kinder unsere schönen Bauwerke einfach zerstört hatten, kam unser Reisebus. Nachdem das Gepäck verstaut war und wir von Petra verabschiedet wurden, ging es wieder heimwärts. Emiliano, Raimund und Christian schliefen so fest, dass sie von ihren Eltern aus dem Bus getragen werden mussten. Danke den Eltern, die uns so nett mit Plakaten begrüßt haben!

 

Alles in allem war es eine sehr, sehr schöne, wenn auch für alle Beteiligten anstrengende Fahrt, die uns aber allen hoffentlich sehr lange in schöner Erinnerung bleibt.

 

Unser Dank gilt auch besonders Petra Rädisch und ihrem tollen Team vom Berliner Turnerbund, ohne die und deren lange und intensive Vorbereitung eine solche Reise zu einem Thema mit so vielen Kindern gar nicht möglich wäre. Hoffentlich gibt es eine solche Fahrt, wie in den letzten 8 Jahren, in 2 Jahren zu einem anderen Thema wieder.

 

Dank auch an meine Helferinnen Romina, die extra aus München angereist kam, Jacqueline, Jasmin und Jasmina. Ihr wart ein tolles Team und eine großartige Unterstützung. Dank auch an die Eltern, die uns ihre Kinder anvertraut haben und schließlich an die 33 Kinder, die wirklich lieb, motiviert, sehr kreativ und vor allem so mutig waren, sich mit uns auf ein solch „zauberhaftes Wochenende“ einzulassen.

 

Vielleicht hebt ihr, liebe Eltern, diesen Bericht, zusammen mit der Foto-CD als Erinnerung an ihre Turnzeit für eure Kinder auf.

 

                                                                        Danke, Eure Michaela